Backup ganz leicht ?

Mai 20, 2007 Kommentare deaktiviert für Backup ganz leicht ? by

Auf der LaCie CD liegt auch ein Backup Programm bei. Womit sich natürlich sofort die Frage aufdrängte, warum in aller Welt ich dann noch ein Programm kaufen sollte?

Im Test stellt ich BettyMedia large den beiden Konkurrenten LaCie 1-Click Backup und der Apple eigenen Backup Lösung gegenüber. Schnell wurden die Unterschiede deutlich. Während die Software Backup von Apple auch Medien wie DVD/CD und auch Sharepoints im Netzwerk (freigegebene Ordner von Festplatten im Ethernet) akzeptiert, beschränken sich die beiden anderen Programme auf ein Backup to Disk verfahren. Dies ist jedoch nicht als Nachteil zu werten, da bei den heutigen Datenmengen immer mehr auf Harddisk Backups gewechselt wird.

Hier werden auch schnell die Grenzen von der von LaCie mitgelieferten Software ersichtlich. Diese ist auf EinzelbenutzerInnen ausgelegt welche ohne Aufwand ihr Homedirectory auf eine externe Festplatte speichern möchten:

Software lacie

Allerdings können unter dem Button Anpassen weitere Ordner oder Dateien dazu genommen werden. Das war’s auch schon. Die Daten müssen im Falle eines Crashs manuell zurückgespielt werden. Originell ist auch der Aufruf dieser Software, mit der Tastenkombination  CTRL + s wird diese gestartet und nicht wie etwa vermutet aus dem Ordner Programme.

Ganz anders verhält es sich mit BettyMedia. BettyMedia Client wurde mit Java programmiert. Deshalb ist es wichtig dass auf deinem Computer ein Java-Runtime Modul ab der Versionsnummer 1.4.2 installiert ist. Der Vorteil einer Java-Applikation liegt darin dass sie auf verschiedenen Plattformen lauffähig ist. Das Kernstück dieser Software ist jedoch auf das jeweilige Betriebssystem zugeschnitten, Deshalb muss beim herunterladen die entsprechende Version des gewünschten Systems ausgewählt werden.

Die Installation des Mac Clients geht ohne Probleme vonstatten. Nach der Installation ist ein Neustart nötig und danach steht im Programm Ordner die Applikation zur Ausführung bereit. Im gleichen Ordner befinden sich weitere Dateien. Unter anderem auch das Handbuch, welches sich auszudrucken lohnt. Denn es hilft auf gut 15 Seiten die verschiedenen Funktionen zu verstehen und ein sicheres Backup zu erstellen.

Nach dem Start des Programms erscheint folgendes Fenster:

Startfenster

Im Feld Auftragsliste gilt es nun die verschiedenen Aufträge zu definieren. Dies geschieht mit dem Button neuen Auftrag anlegen. Daraufhin erscheint ein neues Feld.

Auftrag

Unter dem Reiter „Allgemein“ geht es nun darum welche Dateien Ordner oder auch ganze Volumen ich gesichert haben möchte, dies wird als Quellverzeichnis benannt. Unter dem Zielverzeichnis erscheinen nun alle verfügbaren externen Festplatten. Nun muss ich nur noch dem Ablauf einen eindeutigen Namen zuweisen.

Der Reiter Zeitsteuerung beinhaltet zwei Zeitsysteme. Das erste ist sicher bekannter. Im Jobmodus kann ich angeben wann und zu welchem Tag ich die ausgewählten Dateien gesichert haben möchte. Dann gibt es aber noch den zyklischen Zeitablauf. Da gebe ich eine Startzeit ein und einen Stundeninterwall. Damit werden die gewünschten Dateien in regelmässigen Abständen auf die externe Harddisk gesichert.

Unter Excludes kann ich nicht gewünschte Ordner oder Dateien ausschliessen. Hier ist in den Unterlagen ein Warnhinweis angebracht. Das ausschliessen von Dateien welche einem unbekannt sind kann problematisch sein. Vor allem wenn es Dateien sind welche vom System gebraucht werden.

Der Reiter „Optionen“ erlaubt weitere Einstellungen zu diesem Task, So kann ich wählen wie viel Versionen ich von diesem Backup haben will. Bis zu 20 verschiedenen Versionen sind so möglich. Unter Umständen kann dies ganz praktisch sein, braucht jedoch enorm viel Speicherplatz. Als Beispiel: Ich möchte einen Film in Versionen gesichert haben. Dieser hat nun bereits 5 GB Grösse. Nun das ganze multipliziert mit 20 Versionen und schon habe ich auf der externen HD 100 GB belegt.

Weiter kann ich das verhalten der gelöschten Dateien beeinflussen. So kann ich die Anzahl Tage eingeben die, die Datei auf dem Backup bleiben soll obwohl ich es im Original schon gelöscht habe.

Cool ist auch die „NoteBook-Funktion“. Diese wird durch den Befehl „Backup automatisch starten wenn das Zielverzeichnis verbunden wird“ ausgelöst. Somit wird beim anschliessen eines mobilen Computers automatisch ein Backup gemacht.

Ich habe mit verschiedenen Dateien und Ordner Test gefahren und die Resultate erwiesen sich als zuverlässig. Wichtig ist es das die Harddisk Mac – formatiert ist. Was passieren kann wenn diese Harddisk Windows Formatiert werde ich nachfolgend aufzeigen. Nebst dem Backup erstellen ist es genauso wichtig den gleichen Komfort für das zurückspielen der Daten zu haben. In der Tat das zurückspielen von einer Mac formatierten Harddisk verläuft ebenso zuverlässig wie das erstellen. Dazu stehen mir verschiedene Varianten zur Verfügung.

Mit dem manuellen Verfahren kann ich einzelne Dateien, Ordner oder ganze Bereiche zurückspielen. Ich kann dabei, wenn so erstellt, aus verschiedenen Varianten oder Versionen auswählen und diese auf die Wunschdestination zurückholen. Weiter gibt es den Button Wiederherstellen. Allerdings lassen sich bootfähige Backups erst in einer den nächsten Versionen erstellen.
BettyMedia erlaubt auch ohne starten des Clients ein schnelles und effizientes Backup von Einzeldateien. Dieses Verfahren wird „EasyFileAccess-Technologie“ genannt. Ich klicke mit der rechten Maustaste oder CTRL + Maustaste auf den Ordner in welchem sich die versehentlich gelöschte Datei befand und aktiviere im Kontextmenü die Syncansicht. Schon sehe ich alle Dateien und kann die Fehlende so zurückspielen.

Was passiert aber wenn ich die Platte Dos-formatiert habe, damit ich sie auf beiden Systemen einsetzen kann?
Beim backupen hatte ich dann häufige Fehlermeldungen. Es ist aber nicht immer klar ob die Meldung jetzt relevant ist oder nicht. Als Beispiel: Das Programm meldete mir dass ein Foto (Datei) nicht geschrieben werden konnte. Als ich dann auf dem Backup nachschaute war diese Datei doch vorhanden und konnte ohne Probleme geöffnet werden.
Ich habe dann versucht herauszufinden ob es an den Dateinamen liegen könnte. So habe ich Sonderzeichen eingebaut, welche eigentlich für Windowssysteme tabu sind. Daran hat es jedenfalls nicht gelegen. Warum es mit einer DOS formatierten Platte nicht richtig funktioniert, entzieht sich meiner Kenntnis. Vielleicht liegt es der Eigenart des Macintosh Dateisystems. Da gibt es zwei Dateien. Eine Steuerdatei (normalerweise unsichtbar) welche die Art des Dokuments definiert und eine Datei mit dem tatsächlichen Inhalt. Gut zu beobachten ist dies bei folgendem Verfahren.

broken 1

In diesem Fall werden beide Dateien (Inhalt- und Steuerdatei) zurückgespielt. Anders verhält es sich wenn die Backup Harddisk in DOS Dateisytem formatiert ist. Dann sehe ich beide Dateien. Das gleiche Prinzip habe ich wenn ein Mac unter SMB an einen Windowsserver anbinde. Wird die eine Datei ohne die andere kopiert, verschoben oder ähnlich, dann wird sie für uns Macbenutzer unbrauchbar. Siehe folgendes Bild:

broken 2

Hier wird das im Text erwähnte mit einem mal ersichtlich. Es gibt von jeder Datei nun deren zwei. Bei Bild 4 ist es der Inhalt und bei ._Bild 4 die Steuerdatei. (Der Punkt am Anfang einer Datei bedeutet für das Unix System, dass diese Datei unsichtbar ist).
Das fatale ist nun folgendes: Ich kann mit diesem Verfahren nicht gleichzeitig beide Dateien zurückspielen. Selbst wenn ich beide Dateien einzeln zurückspiele, wird sich unbrauchbar. Die Verlinkung dieser beiden Dateien ist unterbrochen und für Nicht Profis irreparabel. Siehe Screenshots:

broken3
broken4

In diesem Falle muss ich den ganzen Ordner zurückspielen um dieses Problem umgehen zu können, was aber unter der erwähnten Formatierung auch nicht jedes Mal einwandfrei vom Stapel geht.

Fazit

Betty Media ist im Vergleich mit Windows Backupprogrammen wirklich einfach zu bedienen. Macseitig jedoch gibt es jedoch viele ebenso einfach zu bedienende Programme, ich denke Beispielsweise an Retrospect. Somit sagt uns die Werbung nicht wirklich was uns erwartet. Allerdings bietet Betty Media Funktionen welche ich bei anderen Programmen vergeblich suche. Das Backup von Versionen, vergleichbar mit Snapshots. Weiter erwähnenswert die Funktion bei welche ich bestimmen kann wie lange eine bereits gelöschte Datei auf dem Backup verbleiben soll. Ganz toll die Funktion für das Backup der mobilen Computer. Für den Benutzer oder Benutzerin welche sich gar nicht in die Backup-Materie einarbeiten wollen, ist BettyMedia nur bedingt empfehlenswert. Da ist Apples Lösung Backup oder Integos Personal Backup sicher einfacher zu bedienen. Bei Backup habe ich bereits vordefinierte Scripts welche den Ablauf noch mehr vereinfachen. Integos Lösung werden wir in einem separaten Artikel vorstellen.

Kritik
So funktionieren Backups nur einwandfrei wenn die Harddisk Mac formatiert ist. Zudem wird das Backupen eines ganzen Systems auf eine externe Harddisk, erst in naher Zukunft bootfähig sein. Dennoch geht die Software mit der Zeit. Nämlich in die Richtung Backup auf wechselnden Festplatten.

Ansonsten kann man über das Programm folgende Kernaussage verwenden:

Gute Software, jedoch riskant wenn ich eine falsch formatierte Festplatte einsetze. Dieses habe ich beim Hersteller moniert und es wird herstellerseitig mit entsprechenden Hinweisen versehen.

Zu der Firma A & F Computersysteme AG

Ich habe eingangs des Artikels die Firma als Distributor dieser Software genannt. A & F ist jedoch weit mehr als das. Wer die Homepage besucht merkt sehr schnell, dass sich die Firma intensiv mit Mac auseinandersetzt. Die Kernkompetenzen liegen Prepress-Bereich und Corporate Publishing. Die Erfahrungsspannweite geht bereits über 20 Jahre und seit 1987 liegen die Schwerpunkte bei der Installation und Inbetriebnahme von Redaktionssystemen.

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About the author

Seit bald 30 Jahren mit dem Mac unterwegs und bald 20 Jahre als Fachjournalist tätig. Hobbys sind neben Skifahren und afrikanischem Tanz, Fotografieren (www.die-andere-schweiz.ch) und Computerspiele (www.game-fokus.ch). Musik, Comics, gutes essen, spannende Gespräche mit Menschen. Meistens gehe ich neugierig und offen durch die Welt.
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