Kopfhörer im Wettstreit – ein Grundlagentest

Apr 21, 2014 Kommentare deaktiviert für Kopfhörer im Wettstreit – ein Grundlagentest by

An der Startlinie stehen für einen Grundlagentest die Produkte von Monster DNA und UE 6000. Der Monster DNA gehört zu der Gruppe on-Ear Kopfhörern. das heisst die Ohrmuschel wird durch den Kopfhörer nicht ganz umschlossen. Dennoch unterdrückt das Modell dank hochwertigen Materialien und ausgeklügelter Technik die Umgebungsgeräusche. Die neuesten Modelle kommen auch in trendigen Farben. Der UE 6000 dagegen ist eher ein Ohr umschliessender Kopfhörer, auch er mit hochwertigen Materialien und einem aktiven Rauschunterdrückungssystem.

Bei diesem Test habe ich die unterschiedlichsten Stücke für den Vergleich gebraucht. Auch die Qualität des Tonträgers ist nicht identisch. Einmal wunderbare Studioaufnahmen. Bei diesen kommt das ganze gewünschte Klangspektrum zusammen, dann wieder Liveraufnahmen. Hier höre ich, ob die Stimmung eines Konzertes transportieren werden kann.


Das erste Musikstück ist von Res Margot und heisst Im Turbinensaal.

Der Musiker spielt ein Alphorn in einer alten Brauerei mit gefliesten Wänden. Ich achte ganz im speziellen darauf wie viel Nachhall der Ton des Alphorns hat. Sehr gut zu hören ist dies weil Res Margot den Ton im Raum nachhallen lässt bevor er den nächsten spielt. hast du das Gefühl die Pausen zwischen den Tönen sei zu lange, dann gibt dein Soundsystem nicht alles wieder. Weiter hat das Alphorn eine wunderbare Dynamik. Lautsprecher dürfen auch bei 50% der Lautstärke nicht anfangen zu klirren, sondern müssen den Ton auch bei voller Lautstärke klar wiedergeben können.

Beide Probanden meistern diese Aufgabe hervorragend. Der Wiederhall des Alphorns wird hervorragend bis zum letzten Ausklingen des Tones dargestellt. Auch der so charakterliche Ton eins Alphorns kommt zur Geltung. Die Monster-Kopfhörer wirken etwas kühler im Gesamtbild als die UE.

Wertung: unentschieden


Musikstück Nr. 2 ist von Mike Batt aus dem Album Shizophonia

Im Stück Berber’s Prager vereint der Künstler Klassische-, Rock- und Arabische Musik miteinander. Die Musik spannt einen grossen Bogen zu feinen Klängen der Violinen bis hin zu den bombastischen Pauken und elektrischen Gitarren. Als dies muss ein gutes System wiedergeben können ohne die einzelnen Musikinstrumente zu unterschlagen.

Monster DNA

Meistert dieses komplizierte Stück mit Bläsern, Streichern, Stimmen und Streichern ua. ausgezeichnet. die einzelnen Instrumente und Effekte sind klar erkennbar, ja fast zu klar. Wenn das ganze Orchester einsetzt hatte ich das Bedürfnis leiser zu stellen.

UE 6000

Für dieses Stück liegt meine Präferenz auf dem UE Kopfhörer. Ebenso klar in der Unterscheidung der Instrumente aber mit einer gesamthaft wärmeren Klangfarbe und beim Einsatz des ganzen Orchester immer noch ein Hörgenuss.

Urteil: Vorteil für die UE 6000-Kopfhörer

UE6000_white_BTY

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der UE 6000

Musikstück Nr. 3 heisst „Enchanted Rock“ von Andreas Vollendender aus dem Album VOX

Spannend für den Test ist es vor allem weil es mit einzelnen Rhythmus Elementen beginnt und dann zu einem opulenten Stück mit Gesang und Musik wechselt. Man sieht sich auf einem alten Segelschiff mit singenden Seeleuten und sphärischen Klängen konfrontiert. Danach wechselt die Musik wieder zu Gesang und einzelnen Bläser Elementen. All dies muss deutlich zu hören sein.

Monster DNA

Hier hat der DNA Kopfhörer seine absoluten Stärken, er schafft es um und in mir eine eigene Klangwelt aufzubauen. Eindrücklich vor allem beim Einsatz der tiefen Töne von Gong usw.. Die Schwingungen tauchen direkt in meinen Körper ein. Herrlich sich wegtragen zu lassen.

UE 6000

Seine Stärken liegen hier in der Ausgewogenheit, sogar bei den Choreinsetzen mit den zusätzlichen Frauenstimmen ausgewogener. Aber transportiert die speziellen Musikschwingungen nicht in meinen Körper.

Urteil: Vorteil für die Monster DNA-Kopfhörer

Monster-DNA-1

 

 

 

 

 

 

 

Der Monster DNA

Musikstück Nr. 4 hat den Titel „Soldier“ von Calvin Russel aus dem Album This is My Life.

Interessant wie ein Musikstück eine andere Wirkung bekommt wenn die Fokussierung auf verschiedene Elemente unterschiedlich ist. Dies beginnt mit dem Einzählen durch Finger auf der akustischen Gitarre bis zu den ersten Akkorde und der Gewichtung seiner markanten stimme

Monster DNA

Hier wirkt das Einzählen eher als würde ich „in“ der akustischen Gitarre sitzen, dafür sind die ersten Akkorde prägnanter. Seine Stimme wird dann wieder zu prägnant. Wie ein etwas falsch ausgesteuertes Mikro. Der Gesamteindruck für eher zu künstlich.

UE 6000

Das Einzählen wirkt hier komplett authentisch als wäre ich direkt neben dem Künstler, die ersten Akkorde sind dann eher flach, aber seine Stimme dann wieder absolut authentisch. Die feinen rhythmischen Elemente des Schlagzeuges und der Sticks haben viel bessere Wirkung.

Urteil: Vorteil für die UE6000 -Kopfhörer

 

Nr.5 Ry Cooder mit Muy Fifi aus dem Album Chavez Ravine

Monster DNA

Hervorragende Dynamik in diesem Stück, wirkt stellenweise durch die präferenzierung einzelner Musikelemente eher überladen. Manchmal wirkt der Gesang eher flach. Hier ist gut hörbar das mehr wert auf Rhythmus und Dynamik gelegt wurde.

UE 6000

Ausgewogen im Gesamteindruck, angenehmes Hörerlebnis, jedoch nicht ganz so dynamisch wie sein Konkurrent, vor allem was die rhythmischen Element betrifft. Gewichtung liegt auf Gesang und den einzelnen Instrumente.

Urteil: Vorteil für die Monster DNA – Kopfhörer

 

Nr. 6 aus dem Live Album 92-97 von Xaris Alexiou, mit dem Lied To Tango Tis Nefelis

Griechische Musik kann so wunderbar melancholisch sein. Meine Frage welche der beiden transportiert dieses Gefühl besser, welches vermittelt mir den Eindruck eines Livekonzert.

Monster DNA

Die Geige am Anfang dieses Stückes ist wunderbar und wird durch die anderen Musikstücke gut unterstützt. Xaris ihr Gesang hat dann hall, hier merkt man die Liveaufnahme.

UE 6000

Die Gewichtung liegt für meine Ohren richtig. Xaris ihre Stimme kommt richtig zum tragen und berührt mein innerstes. Hühnerhaut pur und dies ohne die Geigen und Gitarren dadurch abfallen. Die dezenten Trommeln passen gut ins Gesamtbild.

Mein Urteil, ein unentschieden.

 

Und als letztes Musikstück Godzilla von Blue Öyster Cult aus dem Live Album Extraterrestrial

Hardrock vom feinsten, leider nicht die allerbeste Qualität auf der CD.

 

Monster DNA

Weia, hier offenbart der DNA-Kopfhörer gnadenlos die schlechte Qualität der Aufnahme. Die Gitarren werden im diesem Stück virtuos  gespielt, allerdings klingt dies dann im Kopfhörer eher das sie gequält wurden. Weite Strecken klingen breiig. Auch interessant zu hören wie eine schlechte Aufnahme mit guten Kopfhörern klingt.

UE 6000

Versuchen wir es mit UE-Kopfhörer. Auch hier kann ich mein obiges Statement nur bestätigen.

Mein Fazit: Wer gute Kopfhörer hat, riskiert eine schlechte Aufnahme von einer guten zu unterscheiden zu können.

Beide Kopfhörer haben ihre Stärken und legen zum Teil unterschiedliche Gewichtung in der Musik. Somit ist es Geschmackssache welchen Kopfhörer jemand auswählt. Meine Präferenz liegt eher beim UE6000 Kopfhörer. Er kommt mir und meinem Musikgeschmack eher entgegen.

Auch haben beide Kopfhörer am Kabel ein Kontrollcenter welche erlaubt die Lautstärke der Musik zu regulieren, oder zum nächsten Titel zu springen. Ein weiterer Tastendruck genügt um auf eingehende Anrufe zu reagieren und mit dem eingebauten Mikrofon zu kommunizieren.

Monster DNA Link

UE6000 Link

Alle Test wurden mit denselben Musikstücken in unterschiedlicher Importeinstellungen und dem neuen iPad mini vorgenommen. Von MP3 Codierer mit 192 kBits/s und 320 kBits/s hin zu AIFF Codierer bis Apple Lossless-Codierer. Dies ist neben den hochwertigen Ausgabeprodukte, wie Boxen oder Kopfhörer, eine ebenso wichtiger Bestandteil für gute Musik.

Nein den UE6000 Kopfhörern wird das aktive Rauschunterdrückungssystem durch zwei AAA-Batterien gespiesen. Ich kann durch durch den Ein/Aus-Schalter selber bestimmen ob ich das System aktiv haben möchte oder nicht. Im Moment ist er auf der Logitech Seite zu einem Aktionspreis zu haben. Offenbar erscheint ein Nachfolgemodell.

Die Tests haben gezeigt, dass es sich lohnt die Musik auf einem qualitativ möglichst verlustfreiem Level zu speichern. Im subjektivem Hörtest merke und höre ich den Unterschied zwischen den einzelnen Verfahren. Manchmal ist der hörbare Unterschied jedoch minim. Dann wird entscheidender was ich mit dem ganzen Körper von der Musik wahrnehme. Die Musik mit Apple Lossless oder AIFF abgespeichert, transportiert wesentlich mehr an Stimmungen und Informationen. Zu spüren ist dies bei der Wiedergabe, beispielsweise auf der Haut. Wen sich meine Härchen aufstellen oder wenn ich Gänsehaut bekomme. Musik ist weit mehr als Töne mit dem Ohr wahrnehmen, dies beweist zum Beispiel die Schlagzeugerin Evellyn Glennie. Sie verlor im Lauf des Lebens ihre Hörfähigkeit und wechselte von Klavier zu Schlagzeug. Im Dokumentarfilm “Touch the Sound” wird gezeigt dass Mann und Frau die Musik auch spüren kann. Sucht bei Youtube nach Konzertausschnitten und versucht nicht nur die Musik zu hören sondern auch zu fühlen. Hier die offizielle Homepage von Evellyn Glennie. http://www.evelyn.co.uk/

Kopfhörer im Wettstreit – ein Grundlagentest
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About the author

Seit bald 30 Jahren mit dem Mac unterwegs und bald 20 Jahre als Fachjournalist tätig. Hobbys sind neben Skifahren und afrikanischem Tanz, Fotografieren (www.die-andere-schweiz.ch) und Computerspiele (www.game-fokus.ch). Musik, Comics, gutes essen, spannende Gespräche mit Menschen. Meistens gehe ich neugierig und offen durch die Welt.
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