Test MacBook

Jan 12, 2009 Kommentare deaktiviert für Test MacBook by

Bei so vielen positiven Eigenschaften und Lob von glücklichen Besitzern und Besitzerinnen, durfte man auf einen Praxistest richtig gespannt sein. Die neuen 24“ Cinema Displays mit LED Technologie standen bis zum Testschluss nicht zur Verfügung, der Praxistest mit der gleichen Testparametern wird nachgeholt. Dann lässt sich die Frage, ob das MacBook mit einen 24“ Cinema Display als vollwertiges Desktopgerät tauglich ist, definitiv klären.

Für meinen Test setzte ich drei für mich wichtige Produkte ein. Jedes von ihnen deckt einen eigenen Bereich ab. Zuerst wäre da die CS 4 Suite mit Photoshop, Indesign und Illustrator. Der neue Photoshop delegiert intensive Darstellungsaufgaben an den Grafikprozessor. 
Die zweite ist die Metaverse Applikation Second Life. Und als dritte wichtige Applikation eine Anwendung, welche komplett auf Java basiert.

Performance
Zuerst der Test mit Photoshop CS 4. Photoshop nutzt von der Konzeption der Software das Potential moderner Grafikchips weit intensiver als die Vorgängerversionen. Dadurch wird eine noch  bessere Leistungsfähigkeit erreicht. Dies zeigt sich besonders mit den neuen Funktionen, welche ein sanftes und stufenloses schwenken und zoomen erlauben. Und in der Tat, das MacBook schafft diese Herausforderung spielend. Schwenken respektive rotieren, sowie zoomen lassen sich bequem mit den neuen Trackpad bewerkstelligen. Ohne Ruckeln oder Verzögerung beim Bildaufbau.

Auch alle anderen Aufgaben löst der „kleine“ Kraftprotz mit Bravour. Alle Applikationen der CS 4 Suite laufen ohne Probleme und wirklich flüssig. Für den semiprofessionellen Gebrauch absolut tauglich. (Der separate Test über die CS4 Suite folgt später.)

Die zweite Applikation war bis anhin das Sorgenkind der mobilen Flotte von Apple. Viele Stimmen behaupteten, dass ein vernünftiges  Arbeiten damit überhaupt nicht möglich sei. Die Rede ist von Second Life, einer Applikation, welche das letzte aus einer Grafikkarte holen kann. Second Life ist eher eine Metaverse Applikation denn ein Spiel, Dennoch wird es häufig zu den Spielen gerechnet. Diese Applikation rendert die Umgebung, durch welche ich mich bewege, in realtime. Dies bedeutet höchste Leistung für jeglichen Grafikchip. Der sogenannte SL Viewer ermittelt beim Ersteinsatz die optimale Systemeinstellung selber. Ich habe das MacBook mit der neuesten Version des Clients getestet. Der mobile Applerechner lief ohne Probleme über Stunden im Fullscreenmodus. Und dies mit einer grafischen Einstellung, welche über dem Standard liegt.

Wir hatten zudem die Möglichkeit, eine Preview von DELTAproject zu testen. Diese Software basiert komplett auf Java und beinhaltet eine Datenbank sowie einen Client. In der Testumgebung und im Vergleich mit einem MacBook Pro (Vorgängerversion) war das neue MacBook spürbar schneller. Und zwar im Ungang mit der Datenbank wie auch im Aufbau der Bildschirmdarstellung. Im direkten Vergleich erledigte das MacBook alle Aufgaben schneller. Da Java nicht Apples schnellste Domäne ist, ist eine spürbare Beschleunigung eine Wohltat. Wir werden zu einem späteren Zeitpunkt auf die Software für ein umfassendes Projektmanagement eingehen.

An der heutigen Vorstellung der neuen „Mac Bücher“, gab es einige Highlights. So werden das neue MacBook und MacBook Pro aus einem Stück Aluminium gefertigt, was die Stabilität des Gehäuses trotz weniger Material verbessert.

Weiter wurden die Leistungen in Sachen Prozessor und Grafik verbessert. Als erste Firma präsentiert Apple Nvidias neues Flagschiff GeForce 9400M (256 MB)  und  9600M, die es wahlweise mit 256 oder 512 MB RAM gibt. Tests mit Computerspielen sollen eine 5fach bessere Grafikleistung gegenüber den bisherigen MacBooks bieten. Weiter erwähnenswert ist die massive Verbesserung der Ökobilanz, keine Schadstoffe mehr und weniger Materialverbrauch. Ich bin gespannt, was Greenpeace dazu sagen wird. Das Trackpad wird ebenfalls zum neuen Star. Reagierend auf Gestik und Druck wird es die Steuerung in Zukunft wesentlich erleichtern.

Das Äussere
Der Originalkommentar von Jonathan Ive, Senior Vice President of Industrial Design von Apple, zu dem neuen Produkt: „Herkömmlicherweise werden Notebooks aus einer Vielzahl von Teilen hergestellt. Beim neuen MacBook haben wir all diese Teile durch ein einzelnes ersetzt: das Unibody-Aluminiumgehäuse. Das Präzisions-Aluminiumgehäuse des neuen MacBook wird aus einem einzelnen Stück Aluminium gefertigt. Dies macht es wesentlich dünner, stabiler und robuster und mit einer Gesamterscheinung, von der wir bisher nicht einmal zu träumen gewagt hätten.“
In der Tat ist der untere Teil des MacBook eindrücklich. Ich konnte ein solches Gehäuseteil selber in die Hand nehmen. Leicht und robust wirkt es und wie präzise es verarbeitet wurde, sieht man sofort, wenn auf die kleinen Details geachtet wird. Wie etwa auf die Löcher für die Lautsprecher.

Hier als Beispiel die Ansicht auf das neue MacBook Pro: Lautsprecherausfräsungen.

 

Die Innenansicht des Unibody-Gehäuses

Das äussere Design wirkt kompakt und dennoch elegant. Nichts steht vor und kein Teil wirkt deplaziert. Bildschirm, Trackpad und alle restlichen Teile gehen nahtlos ineinander über (seamless). Der Deckel mit dem LED Display braucht keinen Verschluss. Scheinbar magisch schliesst sich das MacBook und dass Öffnen wird nicht zur Fummelei. So schnell wie der Rechner betriebsbereit ist, kann ich den Deckel beinahe nicht öffnen. Es ist ein wunderbares Stück Industriedesign. Es lohnt sich, den Film über die Fertigung des MacBook anzusehen. Auch wegen Jonathan Ive, der Mann weiss, von was er spricht und lebt es auch.

Das Trackpad

Das neue Multi-Touch-Trackpad besteht aus Glas und ermöglicht ein sanftes Gleiten der Fingerkuppen für die Navigation. Zudem bietet es fast 40 Prozent mehr Arbeitsfläche als bisher. Es unterstützt die Bedienung durch Bewegungen, wie Auf- und Zuziehen, Drehen und Streichen. Mit neuen Fingerbewegungen kann nun Exposé geöffnet oder zwischen einzelnen Applikationen hin und her gewechselt werden. Die gesamte Oberfläche des Trackpads ist dabei auch eine Schaltfläche, welche es erlaubt, sowohl den Cursor zu bewegen als auch zu klicken. Und das auf der gesamten Fläche des Trackpads. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Vielzahl an virtuellen Schaltflächen, wie zum Beispiel den Rechtsklick, über die Software zu aktivieren.
Am Anfang brauchte ich eine Umgewöhnungszeit, um meine Bewegungsabläufe auf die neuen Möglichkeiten anzupassen. Am schwierigsten finde ich es immer noch, ein Icon oder eine Datei anzuklicken und an einen bestimmten Ort abzulegen. Aber ich bin guter Dinge, dass auch meine Feinmotorik dies schaffen wird. Aber nach kurzer Umgewöhnung gibt es Dinge, welche ich bei einem Wechsel auf meinen iMac bereits vermisse. Das Bearbeiten von Fotos mit Photoshop wird durch die Möglichkeit zu zoomen oder scrollen, ähnlich wie auf dem iPhone oder iPod, wesentlich vereinfacht. Einen bestimmten Ausschnitt bearbeiten? Kein Problem. Zwei Finger auf dem Trackpad auseinander bewegen und schon habe ich stufenlos gezoomt. Zwei Finger nebeneinander nach oben oder unten bewegen und schon habe ich an die richtige stelle gescrollt. Hmm, wie mach ich das bloss jetzt auf meinem iMac?

Green Apple
Es ist gut, ist unser Lieblingsprodukt nicht nur innovativ und ein designtes Kunstwerk, sondern in hohem Masse neu auch umweltverträglich. Ich kann mir heute auch mit ruhigem Gewissen ein MacBook kaufen, denn das Aluminium-Gehäuse ist aus höchst rezyklierbarem Aluminium gefertigt und wird standardmässig mit einem energieeffizienten, LED-hintergrundbeleuchteten und quecksilberfreien Display aus arsenfreiem Glas ausgeliefert. Die Notebooks enthalten keine bromhaltigen Flammschutzmittel und es werden ausschliesslich PVC-freie interne Kabel und Teile verwendet.
Ob der Streit zwischen Steve Jobs und dem Greenpeace-Chef Gerd Leipold als Initialzündung für ein grünes Gerät mit Apfellogo war, bleibt uns Normalsterblichen wahrscheinlich verborgen. Auf jeden Fall scheint der Disput Steve Jobs’ Ehrgeiz geweckt zu haben, auch in diesem Bereich zu den Besten gehören zu wollen.
Ob ein stetes einseitiges Herumhacken seitens Greenpeace auf die Firma Apple der richtige Weg ist, wage ich zu bezweifeln. Offenbar haben sich die grünen Friedensleute Apple als Hauptziel ausgesucht, wohl nicht auch weil, es mehr als andere ein Lifestyleprodukt ist. Wenn mir eine persönliche Bemerkung an dieser Stelle erlaubt ist, dann folgende: Vor Apple sind andere Firmen wie Sony und Sony Ericsson. Was wird bewertet? Nur das Gerät selber, oder auch die Herstellung und unter welchen Bedingungen in China die Menschen in den Fabriken arbeiten müssen? Gerade von Handyherstellern hörte man aus den Medien nichts Verheissungsvolles.
Wie auch immer, ich werde dieser Frage nachgehen. Ich denke das Thema grüne Elektronik wird uns die nächsten Jahre weiter beschäftigen, was auch Sinn  macht.

Keine Schwächen?
Die Frage sei erlaubt und gipfelte an der letzten Pressekonferenz in einer Diskussion um den fehlenden Firewire Port. Apple argumentierte mit der konsequenten Umsetzung der Wireless Technologie Time Capsule.
Es ist in der Tat so, wenn du eine ältere Videokamera mit FireWire hast oder aber wie erwähnt externe Festplatten mit eben diesem Anschluss, dann guckst du in die Röhre. Die Frage stellt sich: wie schlimm ist dies für dich? Haben deine Festplatten einen USB 2 Port, dann kannst du sie auch weiter nutzen. Einzig mit meiner alten Videokamera bleibe ich aussen vor. Da hilft wohl nur das Upgrade.

Dafür lässt sich die Festplatte ganz einfach ausbauen. Den Deckel zum Batteriefach entfernen und schon präsentiert sich die Harddisk in ihrer wahren Pracht.

Jedes Mitglied der neuen MacBook Familie ist mit einem Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung ausgestattet, das 30 Prozent weniger Energie als seine Vorgänger verbraucht und gänzlich ohne den im Bereich Hintergrundbeleuchtung üblichen Quecksilberanteil auskommt. Die extrem dünnen Displays mit einer am Gehäuse nahtlos abschliessenden Glasfront liefern kristallscharfe Bilder und lebhafte Farben und eignen sich ideal für das Betrachten von Fotos und Videos. Jedes Display der MacBook Produktlinie ist aus vollständig arsenfreiem Glas gefertigt.
Die neue MacBook Linie ist mit dem leistungsstarken neuen NVIDIA GeForce 9400M Prozessor ausgestattet. Dieser revolutionäre, integrierte 3D-Grafikprozessor mit seinen 16 parallel arbeitenden Kernen bringt das fünffache der 3D-Grafikleistung aller bisherigen MacBook- und MacBook Air-Modelle. Apple hat zusammen mit NVIDIA diesen Grafikprozessor entwickelt und ist mit der neuen MacBook Familie der erste Hersteller mit diesem Chip auf dem Markt.

Fazit
Mit den neuen portablen von Apple hast du ein leistungsstarkes Gerät, welches fast allen Bedürfnissen gerecht wird.

Test MacBook
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About the author

Seit bald 30 Jahren mit dem Mac unterwegs und bald 20 Jahre als Fachjournalist tätig. Hobbys sind neben Skifahren und afrikanischem Tanz, Fotografieren (www.die-andere-schweiz.ch) und Computerspiele (www.game-fokus.ch). Musik, Comics, gutes essen, spannende Gespräche mit Menschen. Meistens gehe ich neugierig und offen durch die Welt.
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